Die gute Nachricht: Eine wirksame Strategie muss nicht komplex sein. Für die meisten Handwerksbetriebe reichen drei Bausteine, um Ordnung ins digitale Chaos zu bringen.
1. Klare Ziele statt „mehr Aufträge“
„Mehr Aufträge“ ist kein Ziel. Es ist ein Wunsch. Ein echtes Ziel ist konkret und messbar. Zum Beispiel: „Pro Monat fünf qualifizierte Anfragen für Bad-Sanierungen aus meiner Region“ oder „Bis Ende des Jahres drei neue Wartungsverträge pro Quartal“ oder „Zwei passende Bewerbungen für die offene Gesellenstelle bis März“.
Erst wenn du dein Ziel kennst, kannst du entscheiden, welche Maßnahmen sinnvoll sind. Wer Bewerber sucht, braucht andere Inhalte als jemand, der Privatkundenaufträge steigern will. Laut Bitkom Research setzen bereits 44 % der Handwerksbetriebe gezielt digitale Technologien ein, um Ausbildungsplätze attraktiver zu machen. Digitale Sichtbarkeit ist längst auch im Recruiting ein Wettbewerbsvorteil.
2. Wunschkunden definieren
Wen willst du eigentlich ansprechen? Diese Frage klingt banal, wird aber erstaunlich selten klar beantwortet. Fehlende Zielgruppen-Definition ist laut Branchenexperten einer der Hauptgründe, warum Handwerker-Marketing scheitert.
Ein Wunschkunden-Profil muss keine wissenschaftliche Abhandlung sein. Es reichen Antworten auf ein paar Kernfragen: Privat- oder Gewerbekunden? Welche Region? Welches Budget-Niveau? Welche Art von Projekt? Zum Beispiel: „Haushalte mit Bestandsimmobilien im Umkreis von 20 km, die eine Badsanierung im mittleren bis gehobenen Preissegment planen.“
Sobald du dein Kundenprofil kennst, wird alles andere einfacher: Deine Website-Texte bekommen eine klare Ansprache, deine Bilder zeigen die richtigen Projekte, und du weißt, auf welchen Kanälen sich deine Zielgruppe bewegt.
3. Ein roter Faden über alle Kanäle
Website, Google-Unternehmensprofil, Bewertungsportale, Social Media. All diese Kanäle sollten nicht isoliert nebeneinander existieren, sondern eine gemeinsame Geschichte erzählen und den potenziellen Kunden Schritt für Schritt führen.
Denn die Reise deiner Kunden beginnt heute fast immer online. Laut Branchenanalysen startet rund ein Drittel aller Kaufentscheidungen im baunahen Bereich mit einer Google-Suche. Dein potenzieller Kunde googelt, findet dein Google-Profil, schaut sich die Bewertungen an, klickt auf deine Website, prüft Referenzen und Leistungen und nimmt dann Kontakt auf. Oder eben nicht.
Wenn an irgendeiner Stelle dieser Reise ein Bruch entsteht, z.B. weil die Bewertungen dünn sind, die Website nicht zum Google-Profil passt oder die Kontaktaufnahme umständlich ist, verlierst du den Kunden. Betriebe, die diese Customer Journey kennen und bewusst gestalten, gewinnen die Aufträge. Das ist kein Zufall, sondern Strategie.