"Ich brauch keine Website, ich hab genug Aufträge"
Das ist der häufigste Satz, den man hört, wenn es um Website-Modernisierung im Handwerk geht. Und auf den ersten Blick klingt er nachvollziehbar. Die Auftragsbücher sind voll, Mundpropaganda funktioniert, wozu also investieren?
Drei Gegenargumente.
Erstens: "Genug Aufträge" bedeutet nicht "die richtigen Aufträge". Eine gute Website filtert vor. Sie zieht die Kunden an, die zu deinem Betrieb passen, und sortiert die aus, die nur den günstigsten Preis suchen. Ohne Website entscheidet der Zufall, wer bei dir anruft.
Zweitens: Die volle Auftragslage ist keine Konstante. Konjunkturzyklen, Zinsänderungen, Förderprogramme, die auslaufen. Wer in guten Zeiten nicht in seine digitale Sichtbarkeit investiert, steht in schwächeren Phasen ohne Pipeline da. Und dann eine Website aufzubauen, dauert Monate, nicht Tage.
Drittens: Selbst, wenn die Kundenseite stimmt, bleibt das Thema Fachkräfte. Junge Handwerker und Azubis informieren sich online. Ein Betrieb ohne professionellen Webauftritt wirkt auf diese Zielgruppe nicht wie ein traditionsreicher Meisterbetrieb, sondern wie ein Betrieb, der stehen geblieben ist.
Die IONOS-Studie zeigt, dass Kosten (48 %), Zeitmangel (46 %) und Sicherheitsbedenken (43 %) die meistgenannten Hürden für digitale Investitionen bei KMU sind. Das sind nachvollziehbare Gründe. Aber sie ändern nichts an der Tatsache, dass Kunden und Bewerber sich ein Bild machen, bevor sie zum Hörer greifen. Und dieses Bild entsteht heute digital.
Dazu kommt: 42 Prozent der Kunden wünschen sich laut einer Umfrage, dass Handwerker digitaler werden. Buchung, Preisänderungen, Projektfortschritt digital verfolgen können. Vor allem bei jüngeren Zielgruppen unter 35 Jahren ist diese Erwartung besonders stark ausgeprägt. Das sind die Kunden, die in den nächsten zehn Jahren die größten Aufträge vergeben. Und sie erwarten heute schon einen Standard, den die meisten Betriebe nicht liefern.